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Mobiles Arbeiten

Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt hat, verstärkt durch das Pandemiegeschehen, die mobile Arbeit an Bedeutung gewonnen. In den meisten Fällen wird mobiles Arbeiten aktuell genutzt, um von zu Hause zu arbeiten.

Das Arbeiten von zu Hause kann viele Vorteile mit sich bringen, z.B. die Vereinbarkeit von verschiedenen Lebensbereichen erleichtern. Zum anderen birgt das mobile Arbeiten auch Risiken, die auch das Homeoffice zu einer Herausforderung hinsichtlich sicherem und gesundem Arbeiten werden lassen.

Welche Vorteile und welche Nachteile bringt mobiles Arbeiten mit sich?

Chancen der mobilen Arbeit

Die Chancen der Mobilen Arbeit liegen in erster Linie in einer Zunahme an Flexibilität. Dies bezieht sich zum einen auf die Wahl des Arbeitsortes. Im Rahmen mobiler Arbeit kann gewählt werden, ob von zu Hause, von der Dienststelle oder gar von einem dritten Ort, an dem Internetzugang besteht, beispielsweise in einem Co-Working-Space, gearbeitet wird. Auch der Arbeitsinhalt und die Arbeitszeit kann bei entsprechender Tätigkeit selbstständig eingeteilt werden.


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Zudem kann beim Arbeiten von zu Hause aus die Fahrtzeit zur Arbeitsstätte bzw. von dieser dann wieder nach Hause eingespart und somit Stress reduziert werden.

Auch das Pflegen von erkrankten Angehörigen sowie die Betreuung der Kinder sind im Falle von Krankheit oder Kita- und Schulschließungen durch diese Arbeitsform möglich.

 

Herausforderungen der mobilen Arbeit

Nichtsdestotrotz birgt die mobile Arbeit, mit vermehrtem Arbeiten von zu Hause, auch Herausforderungen.

Die augenscheinlichen Vorzüge der Zunahme an Flexibilität und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeuten zeitgleich auch eine zunehmende Herausforderung. Denn eine Zunahme an Flexibilität und Vereinbarkeit bringt die Gefahr der Entgrenzung mit sich. Frei wählbare Arbeitszeiten bieten die Möglichkeit, sowohl in den frühen Morgenstunden als auch bis in den späten Abend hineinzuarbeiten, wenn tagsüber etwas nicht geschafft wurde. Hier bedarf es an Vereinbarungen hinsichtlich der Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten, die einer entsprechenden Entgrenzung entgegenwirken können.


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Eine weitere Herausforderung stellt der reduzierte Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen dar. Flurgespräche oder Gespräche in der Teeküche, in denen sich bislang sowohl fachlich aber auch privat ausgetauscht wurde, fallen nun weg. Feste Austauschzeiten, sowohl in Präsenz als auch digital, können dazu beitragen, eine entsprechende Gesprächskultur aufrecht zu erhalten.

 

Handlungskompetenz


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Die partizipative Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen, entsprechend der ermittelten Bedarfe, sind eine Seite der Medaille. Die andere Seite adressiert deutlich die Kompetenz und Verantwortung des Einzelnen, die Arbeit sicher und gesund zu gestalten.  Wer hierbei in der Lage ist, sich selbst und seine Arbeit zu organisieren, ist im Vorteil hinsichtlich eines langfristigen persönlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Der Arbeitgeber sollte hier die Beschäftigten entsprechend qualifizieren, um sie zu befähigen, der gestiegenen eigenen Verantwortung in Hinblick auf die Arbeitsgestaltung gerecht werden zu können.

 

Weiterführende Links:

Gesund bleiben im Wandel der Arbeitswelt (uk-nord.de)  

BAuA - Mobile Arbeit - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Was unterscheidet einen Telearbeitsplatz vom Homeoffice?

Während es sich bei einem Telearbeitsplatz um einen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz im häuslichen Umfeld handelt, haben wir es im Homeoffice mit einer Form des mobilen Arbeitens zu tun.

Grundlage für einen Telearbeitsplatz, also einen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz, bieten die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung. Entsprechend muss ein Telearbeitsplatz vergleichbar mit einem Bildschirmarbeitsplatz vom Arbeitgeber eingerichtet werden.

Dieses gilt jedoch formal nicht für das Arbeiten im Homeoffice als vorübergehendes bzw. zeitweiliges Arbeiten von zu Hause aus.

Gibt es ein Recht auf Homeoffice?

Das Infektionsschutzgesetzt in der Fassung bis zum 20.03.2022 enthielt die Passage:

Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.

Am 18.03.2022 wurde das Infektionsschutzgesetz durch das „Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und anderer Vorschriften“ umfassend geändert und die „Homeoffice-Pflicht“ ist weggefallen.

Im Rahmen der Corona-Pandemie hat das BMAS die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordung erlassen, die bis zum 19.03.2022 Gültigkeit hatte und nun in leicht geänderter Form bis zum 25.05.2022 verlängert wurde.

Somit gibt jetzt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung mit der allgemeinen Aussage, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, den Handlungsrahmen vor.

Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber in einem Hygienekonzept die erforderlichen Maßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz festzulegen und umzusetzen. Das regionale Infektionsgeschehen sowie besondere tätigkeitsspezifische Infektionsgefahren sind dabei zu berücksichtigen. Der Arbeitgeber hat insbesondere zu prüfen, welche geeigneten Maßnahmen getroffen werden können, um die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen zu reduzieren.

Es kann eine Maßnahme des Arbeitgebers sein, die Beschäftigten, die ihre Aufgaben auch von anderen Orten als dem eigentlichen Arbeitsplatz verrichten können, die Möglichkeit zu geben, in ihrer Wohnung (Homeoffice) zu arbeiten.  Auch dadurch kann die Anzahl der betriebsbedingter Personenkontakte verringert werden.

 

Die Verantwortung des Arbeitgebers

Die Verantwortung des Arbeitgebers für Sicherheit und Gesundheit bleibt

In jedem Fall greift immer sowohl das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) als auch das Arbeitszeitgesetz. Das heißt explizit, dass der Arbeitgeber die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten grundsätzlich auch im Homeoffice trägt und eine Gefährdungsbeurteilung gemacht werden muss (ArbSchG § 5), um sicheres und gesundes Arbeiten auch im Homeoffice zu gewährleisten.

Da der Arbeitgeber jedoch nicht per Gesetz verpflichtet ist, den Arbeitsplatz zu Hause gemäß Arbeitsstättenverordnung auszugestalten, so muss sicheres und gesundes Arbeiten im Sinnes des Arbeitsschutzgesetzes dennoch partizipativ gestaltet werden. Beispielsweise mit einer unter Beteiligung der Beschäftigten durchgeführten Beurteilung der Arbeitsbedingungen und darauf basierenden Festlegungen von Schutzmaßnahmen (§ 4 ArbSchG) und Vereinbarungen zur sicheren und gesunden Organisation des Mobilen Arbeitens. So sollten im Rahmen einer Dienstvereinbarung oder in Form von festen Absprachen im Team Erreichbarkeit, Arbeitszeit und Arbeitspausen sowie Informations- und Kommunikationsstrukturen festgehalten werden.

Unterweisungen (§ 12 ArbSchG) und Informationen, beispielsweise zur ergonomischen Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen und der Selbstorganisation, können in diesem Zusammenhang die Beschäftigten befähigen, auch im privaten Bereich für die eigene Sicherheit und Gesundheit sowie die Umsetzung der vom Arbeitgeber festgelegten Schutzmaßnahmen Sorge zu tragen.

 

Weiterführende Links:

FBVW-402 „Arbeiten im Homeoffice - nicht nur in der Zeit der SARS-CoV-2-Epidemie“ | DGUV Publikationen

CHECK-UP Homeoffice - Langversion | DGUV Publikationen

Muss auch bei Arbeit von zu Hause unterwiesen werden?

Auch bei Arbeit von zu Hause müssen Beschäftigte unterwiesen und in relevanten Themen geschult werden. Da bei regelmäßiger Arbeit von zu Hause den Beschäftigten mehr Verantwortung in Bezug auf ihre Gesundheit übertragen wird, sollte sogar noch mehr unterwiesen und geschult werden, als zuvor. Themen von Schulungen und Unterweisungen im Homeoffice könnten zum Beispiel sein:

- Ergonomisch Arbeiten
- Gesunde Bewegung
- Selbstorganisation im Homeoffice
- Augengesundheit – die Wichtigkeit von Bildschirmpausen
- Gesunde Ernährung
- Elektrische Anlagen und Betriebsmittel


Abbildung 4 Bild-Quelle: ©R-DESIGN - stock.adobe.com

FAZIT: Da den Beschäftigten bei Arbeit im Homeoffice mehr Eigenverantwortung zugesprochen wird, sollten zu relevanten Themen Schulungen und Unterweisungen stattfinden, um die Beschäftigten zu befähigen, ihrer neuen Verantwortung gerecht werden zu können.

Was sollte man bei der Arbeit von zu Hause beachten, um sicher und gesund arbeiten zu können?

Ergonomisch Arbeiten zu Hause – Was gibt es zu beachten?

Immer mehr Beschäftigte arbeiten von zu Hause aus – voraussichtlich wird das Arbeiten von zu Hause auch nach der Corona-Pandemie vermehrt in Anspruch genommen werden. Was gibt es bei der Arbeit zu Hause zu beachten, um langfristig gesund arbeiten zu können?

 

Reflexionsarme Arbeitsfläche und Beleuchtung

Der Arbeitstisch bzw. die Arbeitsfläche sollten eine reflexionsarme Oberfläche haben und so aufgestellt sein, dass die Fläche frei von störenden Reflexionen und Blendungen ist. Der Tisch sollte im besten Fall im rechten Winkel zum Fenster aufgestellt sein, damit die Sonne euch/ Ihnen nicht direkt die Augen scheint. Ausreichend Tageslicht und eine künstliche Beleuchtung, die dem Charakter des Raumes entspricht (500 Lux), wirken präventiv gegen Ermüdungserscheinungen der Augen.

Abbildung 5  Bild mit höhenverstellbaren Stuhl suchen!

 

Ausreichend Bewegungsfreiheit

Ein nicht zugestellter Bein(-frei)raum und eine ausreichend bemessene Bewegungsfläche rund um den Arbeitsplatz helfen beim gesundheitsförderlichen Arbeiten. Regelmäßiges Verändern der Sitzhaltung bzw. ein regelmäßiger Wechsel zwischen Sitzen und Stehen wirkt Verspannungen entgegen. Warum nicht mal im Stehen telefonieren? Regelmäßige Erholungs- und Bewegungspausen und Ausgleichsaktivitäten helfen zusätzlich, einseitige Belastungen zu vermeiden.

 

Arbeitstisch und Arbeitsstuhl

Ein „idealer“ Arbeitstisch hat eine Größe von ca. 160 x 80 cm. Tisch und Stuhl sollten im Zusammenspiel an die Körpergröße angepasst werden können. Eine Sitzhöhenverstellung bieten alle modernen Bürostühle an. Ein solcher sollte auch im Homeoffice zum Einsatz kommen. Beim Sitzen sollte die Sitzfläche des Stuhls vollständig zur Entlastung des unteren Rückens beitragen. Dies bedeutet, das Becken befindet sich direkt an der Stuhllehne und wird so gestützt. Eine ergonomische Sitzposition wird erreicht, wenn bei aufrechtem Oberkörper Ober- und Unterschenkel sowie Ober- und Unterarme einen rechten Winkel bilden und die Unterarme locker und vollständig auf dem Tisch abgelegt werden können.

 

Bildschirm, Tastatur und Maus

Die Arbeit am PC kann ergonomisch besser gestaltet werden, wenn ein gesonderter Bildschirm, eine vom Bildschirm getrennte Tastatur und eine Maus zur Anwendung kommen. Der Abstand zum Bildschirm sollte etwa eine Armlänge betragen. Studien zeigen: Mit einem größeren Bildschirm lässt es sich effektiver arbeiten. Notebookbildschirme haben heute eine sehr gute Auflösung, sind aber im Hinblick auf ihre physischen Abmessungen immer noch klein. Der Bildschirm oder, wenn vorhanden, die Bildschirme sollten nach unten platziert und nach hinten geneigt sein, und zwar so weit, dass der Blick leicht gesenkt auf den Bildschirm fällt. Die Haltung des Kopfes ist dann ungefähr so als würde man ein Buch lesen. So wird Nackenverspannungen vorgebeugt.

 

Arbeiten im Stadtpark?

Das Arbeiten am Couchtisch, mit dem Notebook auf den Knien im Kinderzimmer oder im Stadtpark auf einer Picknickdecke – all das kann ganz kurz mal eine begrüßenswerte Abwechslung darstellen. Langfristig macht es jedoch schneller müde und unkonzentriert. Es lohnt also, einen festen, störungsfreien Platz zum Arbeiten einzurichten.

 

Weiterführender Link:

How to Homeoffice: https://www.certo-portal.de/fileadmin/media/bilder/certo-4-19/Homeoffice-Poster.pdf


 

Mindestausstattung bei regelmäßiger Arbeit von zu Hause

Für Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes stellt sich die Frage: Wie sollte ein Arbeitsplatz zu Hause mindestens eingerichtet sein, um dem Wunsch von Beschäftigten nach Arbeit von zu Hause nachkommen zu können, ohne dabei Nacheile in Bezug auf die ergonomische Ausstattung - mit langfristig negativen Folgen für die Beschäftigtengesundheit - hinzunehmen?

Für mobile Arbeit müssen die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung, die für einen Teleheimarbeitsplatz gelten, nicht gesetzlich verpflichtend eingehalten werden (zur Unterscheidung von mobiler Arbeit und Telearbeit siehe auch hier). Grundsätzlich gilt aber natürlich: Je mehr der Arbeitsplatz die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung erfüllt, desto besser ist es für die Gesundheit von Beschäftigten. Wenn es die räumlichen Bedingungen bei Beschäftigten zulassen, sollten somit bei regelmäßiger, auch tageweiser und langfristig angedachter Arbeit von zu Hause die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung umgesetzt werden.

Doch was ist zu tun, wenn diese Vorgaben bei Beschäftigten zu Hause nicht umsetzbar sind (z.B. aus Platzgründen oder ästhetischen Vorlieben, die im Privaten stärker geduldet werden sollten)? Hier sind neue Überlegungen notwendig, welche Mindeststandards empfehlenswert sind. Wir versuchen dies beispielhaft anhand der Betrachtung eines Computer-Arbeitsplatzes zu Hause. Wie sollte dieser aussehen, wenn Beschäftigte regelmäßig und langfristig, auch tageweise, von zu Hause arbeiten, die räumlichen Gegebenheiten jedoch begrenzt sind?

Hilfreiche Hinweise gibt die Fachinformation „Arbeiten im Homeoffice – nicht nur in der Zeit der SARS-CoV-2-Epidemie“. Demnach sieht die Mindestausstattung eines Arbeitsplatzes für „mehrtägiges“ Arbeiten folgendermaßen aus:  Eine Tischplatte von 1200 x 800mm, ausgestattet mit einem ausreichend großen Bildschirm (Bildschirmdiagonale von mindestens 15“), einer zusätzlichen Tastatur und Maus sowie einem Bürodrehstuhl. Diese Ausstattung entspricht bei einer freien Bewegungsfläche von mindestens 1,5m² den Minimalanforderungen für einen Telearbeitsplatz.  Die Ausstattung erscheint auch daher sinnvoll, da erst sie eine gerade Sitzhaltung mit einem leicht nach unten geneigten Kopf und gleichzeitiger Verwendung der Tastatur/ Maus ermöglicht (siehe Bild 6).


Bild 6  https://www.shutterstock.com/de/image-vector/correct-position-sitting-table-ergonomic-orthopaedic-610070342

Ein Arbeitsplatz ohne separate Maus und Tastatur (z.B. ein Laptop), verleiten stark zu einem nach vorne gebeugten Arbeiten, was langfristig eine ungünstige Körperhaltung darstellt (siehe Bild 7).


Bild 7 (© pathdoc – stock.adobe.com - https://unternehmer.de/gesundheit/114887-ergonomisches-arbeiten-am-pc-tipps

 

 

Funktionaler Arbeitsplatz

Doch was, wenn selbst für diesen „FUNKTIONALEN“ Arbeitsplatz in den Räumlichkeiten von Beschäftigten kein Platz vorhanden ist? Da bauliche Veränderungen der räumlichen Gegebenheiten von Beschäftigten in der Regel am schwierigsten umzusetzen sind und stark in den Privatbereich der Personen eingreifen, wären am ehesten Abweichungen bei raumeinnehmenden Aspekten des „FUNKTIONALEN“ Arbeitsplatz hinzunehmen – so könnte geprüft werden, ob der oder die Beschäftigte auch auf einer kleineren Tischplatte gut arbeiten kann und ob es weniger raumeinnehmende Bürostühle gibt. Dasselbe gilt für die Beleuchtung am Arbeitsplatz zu Hause: Hier sollte geprüft werden, welche alternativen Lösungen es zu klassischen Büro-Deckenröhren gibt, wie sie in Büros üblich und zweckdienlich sind, mit denen dennoch eine Beleuchtung von 500 Lux trotzdem erreicht werden kann. Ein wenig Kreativität ist gefragt!

So erscheint es ratsam, dass bei regelmäßiger Arbeit von zu Hause verstärkt individuelle Lösungen akzeptiert und unterstützt werden, um die Privatsphäre von Beschäftigten zu respektieren. Gesundheitsrelevante Mindeststandards, die eine aufrechte Sitzhaltung ermöglichen, wie in dieser Information beschrieben, sollten dabei jedoch eingehalten werden.

Zudem ist mehr als bei der Arbeit im Büro auf eine angemessene Unterweisung von Beschäftigten zu achten. Bei der Arbeit zu Hause tragen die Beschäftigten mehr Verantwortung für die Gestaltung ihrer Arbeit – sie sollten dementsprechend qualifiziert und unterstützt werden, um dieser Verantwortung nachkommen zu können.

FAZIT:

Generell sollten bei regelmäßiger, auch tageweiser und langfristiger Arbeit zu Hause die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung so weit wie möglich umgesetzt werden. Die in der Fachinformation „Arbeiten im Homeoffice – nicht nur in der Zeit der SARS-CoV-2-Epidemie“ genannten Anforderungen der Kategorie FUNKTIONAL, angereichert um ein ausreichend großes Display, eine separate Maus und Tastatur sowie einen Bürodrehstuhl, können für Papierarme Tätigkeiten als Mindeststandard angesehen werden, um regelmäßig und langfristig gesund von zu Hause arbeiten zu können. Wenn es die räumlichen Gegebenheiten bei den Beschäftigten zu Hause nicht zulassen, kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, gewisse Abstriche, z.B. in Bezug auf die Tischgröße oder in Bezug auf sehr raumeinnehmende Bürodrehstühle zu gestatten. Um die Defizite auszugleichen, ist auf eine ausreichende individuelle Gesundheitskompetenz der Beschäftigten zu achten.

Hilfsmittel; wenn es kneift und zwickt

Laptoperhöhung


www.shutterstock.com/de/image-photo/woman-puts-her-ultrabook-laptops-stand-1475498504

wie der Tisch zum Steharbeitsplatz wird

 

durch den Einsatz von Laptoperhöhungen kann auch ein Tisch zu einem Steharbeitsplatz werden

Tischaufsätze


www.shutterstock.com/de/image-photo/adjustable-height-desk-stand-computer-before-1940055820

wie der Tisch zum Steharbeitsplatz wird

 

durch den Einsatz von Tischaufsätzen können Monitore, Tastatur und Maus auch für Arbeiten im Stehen mit angehoben werden.

 

Mobile Arbeit als Handlungsfeld für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Mobile Arbeit – ein Handlungsfeld für das Betriebliche Gesundheitsmanagement?

Im Zuge der wachsenden Bedeutung mobiler Arbeit, werden Unternehmen und Beschäftigte vor verschiedenste Herausforderungen gestellt, insbesondere durch vermehrtes Arbeiten von zu Hause. Obwohl das mobile Arbeiten vielerlei Chancen mit sich bringt, gibt es auch Herausforderungen in der Gestaltung der Arbeitsbedingungen, mit denen Unternehmen derzeit konfrontiert werden. Von Seiten des Arbeitgebers bzw. betrieblicher Gesundheitsakteure wird verstärkt versucht, den im Rahmen mobiler Arbeit auftretenden Belastungen und psychischen sowie physischen Beeinträchtigungen mit Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Beschäftigten zu begegnen.

Betriebliche Gesundheitsförderung - mehr „Schein“ als „Sein“?

In diesem Zusammenhang erfolgen von Seiten des Arbeitgebers Maßnahmenangebote insbesondere zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz im Homeoffice. Schulungsangebote beispielsweise zu den Themenfeldern der gesunden Ernährung, der gesunden Pausengestaltung oder des Stressmanagements im Homeoffice stehen sowohl digital als auch in Präsenz auf dem Portfolio der Angebote des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Die Produktpalette externer Dienstleister zur Förderung der betrieblichen Gesundheit ist mittlerweile sehr groß. Zudem stellen diese Angebote für das Unternehmen auch eine gute Möglichkeit dar, um auf dem Arbeitsmarkt in Sachen Gesundheitsförderung Bewerberinnen und Bewerber „anzulocken“. Mit beispielsweise reduzierten Beiträgen für die Nutzung von Fitnessstudios kann der Betrieb etwas zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit sowie jeder Einzelne etwas für die persönliche Gesundheit tun. Solche Angebote sind durchaus sinnvoll, da die Kontrollmöglichkeiten seitens des Arbeitgebers im Sinne der sicheren und gesunden Arbeitsgestaltung im Rahmen mobiler Arbeit eingeschränkt sind. Um dennoch der Fürsorgepflicht und Verantwortung als Arbeitgeber nachzukommen, ist es ein richtiger Schritt und ein wichtiges Signal, die nun in der Mobilarbeit verstärkt gefragte persönliche Gesundheitskompetenz auch zunehmend von betrieblicher Seite zu fördern.

 

Mehr Nachhaltigkeit durch ein systematisches Management von Gesundheit

Doch inwieweit entsprechen diese gesundheitsförderlichen Angebote dem tatsächlichen Bedarf der Beschäftigten, damit diese bis zur Rente gesund und arbeitsfähig bleiben? Bzw. was braucht ein Unternehmen, um die Sicherheit und Gesundheit sowohl der Beschäftigten als auch der gesamten Organisation langfristig zu gewährleisten?

Die Antwort hierauf kann ein Managementsystem, wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement, geben. Im Gegenzug zu meist zeitlich befristeten gesundheitsförderlichen Einzelmaßnahmen bietet das Betriebliche Gesundheitsmanagement auch in Homeoffice-Zeiten die Möglichkeit, die tatsächlichen Gesundheitsbedarfe der Beschäftigten systematisch zu erfassen. Auf Grundlage einer systematischen Erhebung der (Gesundheits-) Bedarfe lassen sich schließlich zielgerichtete und bedarfsgerechte Maßnahmen zum sicheren und gesunden Arbeiten in den eigenen vier Wänden ableiten. Es fällt Beschäftigten schwer, nach der Arbeit abzuschalten? Die Arbeitsbelastung ist in bestimmten Abteilungen zu hoch? Es gibt keine klaren Absprachen im Team? All dies sind Bedingungen, die auch im Homeoffice auftreten können und sich gestalten lassen bzw. im Sinne der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers auch gestaltet werden sollten. Die entsprechenden Gesundheitsbedarfe der Organisation können auf unterschiedlichen Wegen erhoben werden. Einen Einstieg in das Betriebliche Gesundheitsmanagement kann eine Gefährdungsbeurteilung (psychischer Belastungen) mittels schriftlicher Befragung bieten. Aber auch digitale Gesundheitszirkel sowie Mitarbeiter-/ Vorgesetztengespräche sind möglich, um Chancen und auch Risiken des mobilen Arbeitens transparent zu machen. Gerade Veränderungsprozesse wie die Einführung von mobilem Arbeiten bieten die Möglichkeit, über (digitale) partizipative Prozesse Beschäftigte als Experten der persönlichen Gesundheit erkenntnisgewinnend einzubeziehen.
Analysen über Fehlzeiten, die Altersstruktur der Organisation oder Gesundheitsberichte der Krankenkassen können die Erkenntnisse über die Arbeitsbedingungen der Organisation ergänzen.
Unterliegt dieser Prozess einer Kontinuität, können Maßnahmen dort ansetzen, wo der „Schuh tatsächlich drückt“. So können die Arbeitsbedingungen sicherer und gesünder gestaltet werden und gesundheitsförderliche Maßnahmen zielgerichtet eingesetzt werden, anstatt an den Bedarfen der Beschäftigten vorbei.

Fazit

Da Unternehmen permanent von Veränderungsprozessen heimgesucht werden, ändern sich kontinuierlich die Arbeitsbedingungen und die Gesundheitsbedarfe der Beschäftigten.
Auch im Homeoffice haben sich die Gesundheitsbedarfe der Beschäftigten geändert. Homeoffice bietet somit die Chance, die aktuellen Arbeitsbedingungen und die Bedarfe der Beschäftigten zu erfassen und somit die betriebliche Gesundheitsförderung auf ein stets aktualisiertes und damit nachhaltiges Fundament zu stellen.
Nutzen auch Sie die Chance der Veränderung und fangen Sie an! Jetzt!

Für Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Olivia Maloku
Workplace Health Management (M.A.)
Beratung und Begleitung von Projekten
Betriebliches Gesundheitsmanagement und Pflegende Angehörige
Abteilung Prävention und Arbeitsschutz Unfallkasse Nord

Mail: olivia.maloku@uk-nord.de
Tel.: 0431/ 6407418

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