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Nutzfahrzeuge richtig kuppeln. DGUV Information 214-080 neu erschienen

Wer zwischen Anhänger und Zugfahrzeug eingeklemmt wird, hat kaum Überlebenschancen. Nur sicherheitsbewusstes Handeln und die hierzu notwendigen Kenntnisse verhindern Unfälle beim Kuppeln. Ein entscheidender Baustein ist die richtige Reihenfolge beim Anschließen der Luftleitungen. Diese Reihenfolge und viele weitere Hinweise findet man in der DGUV Information 214-080 "Kuppeln – aber sicher!”, die unter Federführung der BG Verkehr neu erschienen ist. Die folgenden Informationen veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der BG Verkehr.

 

Ein Mann kuppelt zwei Fahrzeuge zusammen.

Ein Mann kuppelt zwei Fahrzeuge zusammen. Quelle: Wolfgang Bellwinkel, DGUV

Warum kommt es beim Kuppeln von Nutzfahrzeugen immer wieder zu schweren und 
sogar tödlichen Unfällen? Untersuchungen zeigen, dass nicht technische Mängel, 
sondern Verhaltensfehler die Hauptursache sind. Unwissenheit über das richtige 
Vorgehen oder Gefahren führen zu riskanten Situationen. Die Fahrerinnen und Fahrer 
müssen deshalb bestimmte Regeln kennen und befolgen.

Deshalb hat das Sachgebiet Fahrzeuge im Fachbereich Verkehr und Landschaft der 
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die DGUV Information 214-080 
„Kuppeln - Aber sicher!“
umfassend überarbeitet. Sie unterstützt Fahrpersonal und 
Führungsverantwortliche bei der Prävention im Alltag. Anhand von Abbildungen und 
ausführlicher Hinweise wird erläutert, welche technischen Besonderheiten es beim 
Kuppeln von Nutzfahrzeugen gibt, und worauf Fahrer und Fahrerinnen achten müssen.
Sichere Prozesse definierenUm Unfälle zuverlässig zu vermeiden, müssen sich Fahrerinnen und Fahrer konsequent an bestimmte Abläufe halten. Es liegt bei den Führungsverantwortlichen im 
Betrieb, das Bewusstsein dafür zu schärfen und wach zu halten. Dazu gehört auch 
eine Unterweisung, welche mindestens einmal jährlich durchgeführt und dokumentiert 
werden muss.

Die wichtigsten Punkte:
1. Feststellbremsen betätigen – im Zugfahrzeug und am Anhänger
Sowohl die Feststellbremsen im Zugfahrzeug als auch am Anhänger müssen eingelegt werden. So ist das Fahrzeug verlässlich gegen Wegrollen gesichert. Für den Anhänger gibt es Systeme, die die Feststellbremse automatisch nach dem Trennen der Bremsluftleitungen betätigen und nur bewusst wieder gelöst werden können. Da dies jedoch nicht erkennbar ist, muss immer kontrolliert werden, ob die Feststellbremse des Anhängers betätigt ist.

2.Unterlegkeile anlegen
Immer Unterlegkeile anlegen – sie sind im Zweifel eine Lebensversicherung. Unterlegkeile dürfen nur an Rädern der starren Achse angelegt sein, nie an einer lenkbaren Achse oder an einer Liftachse. Sie sollten leicht zugänglich in der Nähe der Hinterachse bzw. des Zentralachsaggregats untergebracht sein.

3. Gelb zuerst, Rot nie allein
Zuerst muss die gelbe Bremsleitung angeschlossen werden! Die rote Vorratsleitung darf nie allein verbunden sein, weil der Zug unter Umständen sonst wegrollen könnte. Fahrerinnen und Fahrer müssen diese Regel der richtigen Reihenfolge beim Anschließen der Luftleitungen quasi im Schlaf beherrschen.

4. Zurücksetzen des Zugfahrzeugs
Vor dem Ankuppeln wird das Zugfahrzeug bis auf circa einen Meter Abstand zwischen Kupplung und Zugöse herangefahren. Die Zugöse wird erforderlichenfalls mittels Höheneinstelleinrichtung auf Kupplungshöhe eingestellt. Gekuppelt wird ausschließlich durch Zurücksetzen des Zugfahrzeuges! Niemand darf sich während des Kuppelvorgangs zwischen den Fahrzeugen aufhalten. Es ist strikt untersagt, dass eine zweite Person während des Ankuppelvorgangs die Zuggabel von Hand hochhält. Auch das Verwenden eines Stützholzes ist nicht erlaubt. Wenn die Höheneinstelleinrichtung defekt ist, darf bis zur Instandsetzung nicht gekuppelt werden. Nach dem Kuppeln muss kontrolliert werden, ob die Kupplung ordnungsgemäß geschlossen und gesichert ist.

Viele extrem schwere Unfälle werden beim Ankuppeln von Gelenkdeichselanhängern 
durch Auflaufenlassen verursacht. Unter „Auflaufenlassen“ ist in diesem Zusammenhang 
das Heranführen des Anhängers im Gefälle durch Abrollen an das stehende 
Zugfahrzeug zu verstehen. Es ist es ohne Ausnahme verboten, Anhänger zum Kuppeln 
auflaufen zu lassen!

5. Abfahrtkontrolle
Vor der Abfahrt wird der vorschriftsmäßige Zustand des Lkw-Zuges kontrolliert. Dazugehören die Feststellbremse am Anhänger lösen sowie die Unterlegkeile entfernenund verstauen. Es darf sich niemand mehr auf der Ladefläche befinden. Das Be- oderEntladen muss vollständig abgeschlossen und der Anhänger abfahrbereit sein.

Medien zum Thema Kuppeln

Die DGUV Information 214-080 „Kuppeln – aber sicher!“ ist unter

https://publikationen.dguv.de bei der DGUV erhältlich. Sie kostet 6,21 EUR als gedruckte 
Broschüre zuzüglich Versandkosten. Der Download ist kostenlos möglich.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Medienkatalog der BG Verkehr
www.bg-verkehr.de/medienkatalog:

  • Schulungsfilm „Kuppeln – aber sicher!“ 
  • Flyer „Kuppeln – aber sicher!“ der BG Verkehr, der in Kürze auch in verschiedenen Sprachen erhältlich ist, darunter russisch, rumänisch und polnisch.
  • Animationsfilm „Wegrollen beim Kuppeln“
  • Unterweisungskarte G1 „Kuppeln von Gelenkdeichselanhängern (Mehrachsenanhängern) in verschiedenen Sprachen

Bildnachweis © Bellwinkel – DGUV 

 

 

 

 

 

PRESSEKONTAKTBG 
Verkehr 
Björn Helmke 
Pressesprecher 
Tel. +49 (40) 3980-1155 
bjoern.helmke@bg-verkehr.de 
Über das Sachgebiet Fahrzeuge und die BG VerkehrDas Sachgebiet Fahrzeuge ist eine Fachgruppierung innerhalb des Fachbereichs Verkehr und Landschaft bei der Deut-
schen Gesetzlichen Unfallversicherung. Die Federführung des Sachgebietes und die Geschäftsführung und Leitung 
des Fachbereichs Verkehr und Landschaft liegen bei der BG Verkehr. Die BG Verkehr versichert 1,7 Mio. Versicherte 
 

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