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Schöne digitale Arbeitswelt im Homeoffice

12. April 2017

Arbeiten mit Tablet, Schreibblock, Zeitschrift und Teetasse

Flexibel arbeiten mit dem Tablet

Die Füße im Meer, Laptop auf dem Schoß, Sonnenbrille auf der Nase. So stellen sich viele das ideale Home-Office vor. Die Realität sieht anders aus. Der Strandsand würde dem Laptop den Garaus machen und die stundenlange Zwangshaltung an der viel zu kleinen Tastatur der Gesundheit schaden. Welche Bedingungen muss also ein Home-Office erfüllen? Und was ist der Unterschied zwischen einem Tele- und einem mobilen Arbeitsplatz? Das erklärt UK Nord-Präventionsexperte Guido Pohlmann anhand der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).

Die ArbStättV wurde überarbeitet und ist in ihrer neuen Fassung seit dem 3. Dezember 2016 in Kraft. Als Sachgebietsleiter für die allgemeine Unfallversicherung bei der UK Nord kennt Guido Pohlmann die Hintergründe für die Anpassung: „Technische Neuerungen im digitalen Zeitalter erfordern angepasste Arbeitsformen. Neue Vorschriften zu Telearbeitsplätzen, dem Fachwort für Home-Office, geben den Beschäftigten mehr Spielraum und Flexibilität in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Für Arbeitgeber und Beschäftigte würden so der Handlungsrahmen und die erforderliche Rechtssicherheit geschaffen. Vorherige Einzelverordnungen wie etwa zum Bildschirmarbeitsplatz seien modernisiert und in die ArbStättV aufgenommen worden; die Bildschirmarbeitsverordnung fällt damit weg. Wo die Regelungen jetzt stehen, verrät der Fachmann: „Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind unter Nummer 6 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung zu finden“.

Auf die Frage, ab wann der Schreibtisch zu Hause als offizieller Telearbeitsplatz gelte, antwortet Guido Pohlmann: „Voraussetzung hierfür ist ein fest eingerichteter Bildschirmplatz, an dem eine mit dem Arbeitgeber arbeitsvertraglich festgelegte Zeit verbracht wird. Diese arbeitsvertragliche Grundlage ist wichtig, weil daran die Ausstattung des Arbeitsplatzes hängt. Denn bei einem Telearbeitsplatz ist der Arbeitgeber für die Ausstattung verantwortlich, genauso wie im Büro. Er stellt die Technik sowie das notwendige Equipment und führt bei der erstmaligen Inbetriebnahme eine Gefährdungsbeurteilung durch.“

Das heißt, der Arbeitsplatz wird vom Unternehmen einrichtet und es wird geprüft, ob die Rahmenbedingungen stimmen, etwa ob der Raum gemäß der Landesbauordnung beschaffen ist und die Lichtverhältnisse ausreichen. Der Unternehmer kann diese Aufgabe delegieren, beispielsweise an die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder die jeweilige Führungskraft, wenn sie über ausreichend Fachkunde verfügt. Im Unterschied zum Büro muss diese Gefährdungsbeurteilung nur einmalig erfolgen.

Guido Pohlmann erläutert weitere wichtige Bedingungen für einen Telearbeitsplatz: „Bildschirm und Tastatur müssen getrennt sein, da dauerhaftes Arbeiten an einer kleinen Laptop- oder Tablet-Tastatur gesundheitsschädlich ist. Ein separates Arbeitszimmer ist nicht zwingend erforderlich. Auch eine Einraumwohnung kann zum Telearbeitsplatz werden. Allerdings ist bei einem eigens eingerichteten Arbeitszimmer der gesetzliche Unfallversicherungsschutz klarer. Er beginnt dann mit dem Betreten des Arbeitszimmers und endet beim Verlassen. Eigenwirtschaftliche Tätigkeiten wie Essen oder Einkaufen sind nicht versichert, dies gilt bei der Arbeit im Unternehmen ebenfalls.“ Mehr zum gesetzlichen Unfallversicherungsschutz lesen Sie in den Drei Fragen auf Seite II.

Wie unterscheidet sich ein mobiler von einem Telearbeitsplatz? „Von einem mobilen Arbeitsplatz spricht man, wenn mehr als zehn Stunden in der Woche außerhalb des Büros gearbeitet wird, also von zuhause oder unterwegs, und dort eine Online-Datenübertragung genutzt wird“, erklärt Guido Pohlmann. Und weiter: „Eine ausreichende Datenübermittlungsqualität ist für diese Tätigkeit also Voraussetzung, weitere Regelungen wie etwa eine Höchstdauer am Tag gibt es nicht. Es sollte jedoch beachtet werden, dass sich mobile Arbeitsplätze aus ergonomischer Sicht nicht für dauerhaftes Arbeiten eignen.“ Darüber hinaus sei es durchaus erlaubt, beispielsweise auf der Terrasse zu arbeiten – mit einem entspiegelten Bildschirm und dem richtigen Sonnenschutz.

Lilian Meyer

Mehr Informationen zu Unfallversicherung, Prävention, aktuellen Seminaren und Veranstaltungen finden Sie im aktuellen ePaper  sicher & gesund" https://www.uk-nord.de/fileadmin/user_upload/ePaper/s_ung_g_1703/sg1703.html#p=1


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