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Piercings: Tabu beim Schulsport

01. Februar 2017

Zwei Schüler tragen einen Kasten in der Turnhalle

Quelle: DGUV/Kaj Kandler/kombinatrotweiß

Piercings können schick sein – aber auch gefährlich, zum Beispiel im Sportunterricht. Vor allem bei Handball, Fußball und anderen Sportarten mit viel Körperkontakt können Mitspielerinnen und Mitspieler an ungeschützten Piercings und Ohrringen hängenbleiben, sie komplett herausreißen oder sich selbst daran verletzen. Piercings sind deshalb „beim Sport tabu“, sagt Jan Holger Stock, Geschäftsführer der Unfallkasse Nord. Piercings und Ohrringe, die nicht herausgenommen werden können, sollten zumindest abgeklebt sein, so Stock weiter.

Transdermale Implantate („Dermal-Anker“)
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind derzeit transdermale Implantate („Dermal-Anker“) als Schmuck angesagt, vor allem im Gesicht und auf dem Dekolleté. Der Schmuckstein sieht aus, als sei er einfach auf die Haut geklebt. Tatsächlich aber hält ihn ein „Anker“, der fest unter der Haut implantiert ist. Das Verletzungsrisiko ist nicht geringer als bei Piercings, zumal transdermale Implantate nicht vorübergehend entfernt werden können. Das von ihnen ausgehende Verletzungsrisiko kann also nur durch Abkleben gemindert werden.

Tipps für Lehrkräfte in Schule und Verein
Sportlehrer und Trainer müssen uneinsichtige Schülerinnen und Schüler von bestimmten Übungen oder vom Sportunterricht ausschließen, wenn sie weiterhin ihren Körperschmuck tragen oder nicht abkleben wollen. Schulleitungen könnten zudem ein Verbot von Piercings beim Schulsport in die Hausordnung aufnehmen.
Die Verantwortung für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen wird beim Sportunterricht, wie bei allen schulischen Veranstaltungen, immer auf die Schulleitung und die Lehrkräfte übertragen. Unwirksam ist deshalb auch eine schriftliche Erlaubnis der Eltern für das Tragen von Piercings beim Sport.

Bei der Unfallkasse Nord sind rund 650.000 Schulkinder in Hamburg und Schleswig-Holstein gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz ist kostenfrei. Weitere Informationen rund um die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung gibt es hier: https://www.uk-nord.de/de/unfallkasse-nord/versicherte/schueler-und-studierende.html


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